STORYTELLING IM E-LEARNING

7 Minuten

Eine neue Online-Lektion ist fertiggestellt und bereit, von den Lernenden im Unternehmen durchlaufen zu werden. E-Learning ohne Storytelling, wie so oft: 46 Hochglanz-Übersichten mit relevanten Inhalten, die allesamt in Schriftgrösse 12 als Textbausteine den Betrachter begeistern (sollen). AUTSCH! Was in früheren Zeiten noch «Leseschulung» genannt wurde, ist heutzutage nur noch ein klarer Fall von «gut gemeint, aber schlecht umgesetzt». Denn anspruchsvolle Inhalte lassen sich in Zeiten von unzähligen Autoren- und KI-Tools mit einem sehr überschaubaren Aufwand in ansprechende und vor allem effektive Lerneinheiten überführen: Auf Knopfdruck vom Text zum Bild oder auch zur Videosequenz. Bei allen Lerneinheiten stellen sich am Ende heute wie auch früher dieselben Fragen:

  • Ist der Inhalt für die Lernenden wirklich relevant?
  • Was nimmt man aus einer Lerneinheit mit? Was bleibt hängen?
  • Und was davon kann auch direkt im Alltag umgesetzt werden?

Selbstverständlich gibt es Lernthemen, denen es gelinde gesagt an «Sexappeal» fehlt. Nicht jeder Lernende bekommt beim Anblick der neuesten Überarbeitung einer ISO-Richtlinie Gänsehaut vor lauter Aufregung. Und genau hier greift unser heutiges Thema: Storytelling im E-Learning.

KEIN NEUES REZEPT: STORYTELLING IM E-LEARNING

Der Hintergrund ist sicherlich kein neuer. Wissensinhalte in Geschichten zu verpacken, um sie greifbarer zu machen, ist seit jeher ein effektives Mittel gewesen. Denken Sie beispielsweise an Heinrich Hoffmann und sein Buch «Struwelpeter». Aus heutigem Blickwinkel wurde sehr drastisch und teils grausam dargelegt, was Kinden passieren kann, die sich unvorsichtig verhalten oder nicht den Ratschlag der Eltern annehmen. Was im Buch inhaltlich sehr fragwürdig dargelegt ist, ist rein methodisch gesehen allerdings unumstritten: Es wurden kurze Geschichten erzählt, bei denen ein Protagonist eine meist sehr drastische, negative oder schmerzvolle Erfahrung durchleidet. Ergebnis: «Nicht mit dem Stuhl kippeln – denk an den Zappel-Philipp.» So oder so ähnlich mag das wohl das ein oder andere Kind in früheren Zeiten von seinen Eltern gehört haben. Und genau hier sieht man das Ergebnis. Die Vermittlung von Wissen und Werten lässt sich mittels Geschichten in ein Format bringen, welches einfacher «abgespeichert» werden kann. In der heutigen Zeit müssen das sicher keine schockierenden oder gar verstörenden Geschichten mehr sein, um wirklich im Kopf zu bleiben. Aber das Prinzip gilt weiterhin.

Storytelling im E-Learning entscheidet darüber, ob aus einem Pflichtmodul echtes Verstehen wird oder nur ein weiteres grünes Häkchen im Reporting. Viele Unternehmen füllen ihre Kurse mit sauber recherchierten Fakten, doch ohne eine Geschichte dahinter bleibt die Wirkung im Arbeitsalltag aus. Dieser Beitrag erzählt aus der Perspektive eines E-Learning-Autors, wie aus korrekten, aber vergessenen Inhalten Lernerlebnisse wurden, die wirklich hängen blieben. Im Fokus steht die praktische Umsetzung.

DER TAG, AN DEM STORYTELLING IM E-LEARNING FEHLTE

Als Verantwortlicher für unsere digitale Weiterbildung war ich lange überzeugt, dass wir alles richtig machten. Unsere Module waren fachlich einwandfrei, die Abschlussquoten hoch und die Reportings sahen jeden Monat gut aus. Und trotzdem blieb im Arbeitsalltag erstaunlich wenig davon übrig. Irgendwann wurde mir klar, dass nicht die Inhalte das Problem waren, sondern die Art, wie wir sie erzählten.

Erst als ich anfing, konsequent auf Storytelling im E-Learning zu setzen, wurden aus abgehakten Kursen echte Aha-Momente. GLOBAL TEACH® von Swissteach spielte dabei eine entscheidende Rolle.

Der Moment kam nach dem Launch eines neuen Compliance-Moduls. Fachlich war es perfekt: jede Regel korrekt, jede Quelle geprüft. Die Feedbackbögen fielen freundlich aus, aber ein Satz blieb hängen: „korrekt, aber ermüdend“. Die Abschlussquote lag über 90 Prozent, der Erinnerungswert dagegen bei nahezu null. Zwei Wochen später konnte sich kaum jemand an den Inhalt erinnern. Ein Modul voller Fakten hatte niemanden erreicht, weil ihm der Funke fehlte. Zum ersten Mal fragte ich mich, ob unserem E-LEARNING schlicht die Geschichte fehlte.

DIGITAL LEARNING OHNE STORYTELLING

Also klickte ich mich durch meine eigenen Folien und sah das Problem sofort. Aufzählung reihte sich an Aufzählung, ohne roten Faden und ohne Grund, weiterzulesen. Das System vermittelte Informationen, aber keine Bedeutung. Mir wurde klar: Menschen erinnern sich an Geschichten, nicht an einzelne Bulletpoints. Genau hier setzt Storytelling im digitalen Lernen an, denn es gibt dem Wissen einen Zusammenhang, in dem es überhaupt erst hängen bleibt. Die Inhalte waren korrekt, doch der Kontext fehlte vollständig.

WIE STORYTELLING-TECHNIKEN IM E-LEARNING DEN WENDEPUNKT BRACHTEN

Den Wendepunkt brachte ein Gespräch mit einer Kollegin aus einem anderen TEAM, die von einem Kurs erzählte, den sie nie vergessen hatte. Dabei war ihr weniger der Stoff im Gedächtnis geblieben als vielmehr die Figur, die ihn durchlebte. So hörte ich zum ersten Mal von konkreten Storytelling-Techniken im E-Learning: Ein Held mit einem klaren Ziel, ein Konflikt, ein Wendepunkt. Plötzlich folgte Didaktik einer Dramaturgie. Der Name, der in diesem Zusammenhang immer wieder fiel, war GLOBAL TEACH® von Swissteach.

MIT STORYTELLING E-LEARNING-ERFOLGE SICHTBAR MACHEN

Mit diesem Blick baute ich das Compliance-Modul komplett um. Aus der abstrakten Richtlinie wurde ein konkreter Arbeitsalltag, in dem eine Kollegin vor einer heiklen Entscheidung stand. Storytelling in digitalen Lerninhalten machte aus starren Regeln nachvollziehbare Entscheidungen. Statt „Das ist verboten“ hiess es nun „Was würdest du an ihrer Stelle tun?“. Die Lernenden begleiteten eine Figur durch echte Dilemmata und erlebten die Folgen ihrer Wahl. Das Wissen bekam ein Gesicht und einen Grund.

Aus einzelnen Einfällen musste ein wiederholbares Prinzip werden. Vier Methoden für Storytelling im E-Learning haben sich bei uns besonders bewährt:

  • Szenarien, die Lernende in eine realistische Situation versetzen
  • Fallgeschichten mit einer Figur, deren Entscheidungen Folgen haben
  • Verzweigte Entscheidungspfade statt linearer Folienabfolge
  • Jede Geschichte endet mit einer überprüfbaren Erkenntnis

ALS ICH ES MIT DEN E-LEARNING-STORYTELLING-METHODEN ZU GUT MEINTE

So überzeugend die ersten Ergebnisse waren, der Weg dahin war kein Selbstläufer. Anfangs verpackte ich jedes noch so kleine Detail in eine Geschichte. Die Erzählung wucherte, und das eigentliche Lernziel verschwand irgendwann dahinter. Die Lernenden genossen die Story, verfehlten aber den Punkt. Also zog ich die Reissleine und drehte die Reihenfolge um: erst das Lernziel, dann die Handlung. Swissteach half mir, Dramaturgie und Didaktik sauber auszubalancieren, statt eines gegen das andere auszuspielen.

WELCHE VORTEILE STORYTELLING IM E-LEARNING NACH EINEM HALBEN JAHR BRACHTE

Ein halbes Jahr später waren die Themen dieselben, die Ergebnisse aber völlig andere. Die Vorteile von Storytelling im E-Learning zeigten sich direkt im Arbeitsalltag:

  • Deutlich höhere Behaltensleistung bei gleichem Lernaufwand
  • Mitarbeitende erinnern sich an Situationen statt trockener Paragrafen
  • Freiwillige Weiterempfehlungen statt reiner Pflichtklicks
  • Führungskräfte sehen verändertes Verhalten statt nur Häkchen

AM ENDE ENTSCHEIDET STORYTELLING IM E-LEARNING ÜBER DEN ERFOLG

Wenn ich heute auf unsere Kurse schaue, sind die Inhalte im Kern dieselben geblieben, ihre Wirkung ist es nicht. Statt der Stoffauswahl entschied die erzählte Form über den Erfolg. Gutes Digital Learning Storytelling verbindet Emotion mit einem klaren Lernziel und macht aus reiner Information echte Erinnerung. GLOBAL TEACH® lieferte dafür die Technik, die E-LEARNING-AGENTUR Swissteach die Erzählkunst. Mein Tipp an alle, deren Module zwar abgehakt, aber längst vergessen sind: Erst die Geschichte, dann der Stoff. Genau hier beginnt wirksames Storytelling im E-Learning.

Neugierig geworden?

Wenn Sie erfahren möchten, wie wirksames Storytelling im E-Learning mit GLOBAL TEACH® konkret aussieht, sprechen Sie mit uns.

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