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  • Isabelle Ulbrich

BUSINESS INTELLIGENCE - WAS IST DAS?

Es ist ein ruhiger Sonntagmorgen im Juli 2019. Die Sonne scheint durch das Fenster, und während die Kaffeemaschine im Hintergrund leise vor sich hin summt, schlurfe ich noch etwas schlaftrunken in das Esszimmer, greife nach einer Schüssel Müsli und lasse mich am Frühstückstisch nieder. Mein bereits viel zu gut gelaunter Vater, stets früh auf, liest in der neuesten Ausgabe einer Berufsbildungszeitschrift während sein Kaffee dampfend neben einem belegten Salamibrötchen weilt.



Mein Blick fällt auf eine Überschrift auf Seite 1 der Zeitung: „Business Intelligence (BI) – Die Zukunft gestalten“. Normalerweise sortiert mein Kopf automatisch die meisten langweiligen Themen in den einschlägigen Bildungsblättern meiner Eltern aus, aber in dem Fall werde ich neugierig. Business Intelligence – was soll das denn? „Wenn es für die Tatsache, dass jemand intelligent wirtschaftet, einen Begriff gibt, gibt es dann auch „Business Brainlessness?“ frage ich etwas provozierend den Dreitagebart hinter Seite 3. „Guten Morgen erst einmal. Ich hoffe man hat angenehm geruht während der letzten elf Stunden“, brummt es über den Frühstückstisch während auf der Titelseite nach der Ursache des unqualifizierten Kommentars des idealistischen BWL-Studenten gesucht wird.


„Ach Du meinst den Artikel über Business Intelligence. Ja mein lieber, das wird auch Dich noch massiv beschäftigen. Dabei ist das Prinzip recht einfach – man könnte fast schon sagen trivial.“ Ungläubig schauend rühre ich mein Müsli um. „Nichts von dem, womit Du dich tagtäglich an der Berufsschule beschäftigst, habe ich jemals als „trivial“ aufgefasst!“ Schon etlichen sonntäglichen Vortägen meines Vaters, einem zugegebenermassen sehr guten Lehrers an der hiesigen Peter-Hebel-Berufsschule, durfte ich als überfordertes Publikum beiwohnen. Und fast immer blieb ich mit einem grossen Fragezeichen verharrend zurück.


„Business Intelligence umfasst die Technologien und Strategien, die Unternehmen verwenden, um Daten zu analysieren und aus diesen Analysen Einsichten zu gewinnen, die zur Entscheidungsfindung beitragen. Also quasi: Daten aufbereiten, sehen und erkennen, handeln. Ist doch nicht wirklich verrückt, oder?“


IST DAS WIRKLICH SO ENTSCHEIDEND FÜR UNTERNEHMEN?


War ja wieder klar, dass sich irgendjemand für ein recht überschaubares Prinzip ein wahnisinnigen Titel ausdenkt. Mein Vater stimmt an dieser Stelle ausnahmsweise zu und führt aus, dass in der heutigen datengetriebenen Welt Business Intelligence ebenso entscheidend für die Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen ist, wie eine professionelle Aus- und Weiterbildung in Unternehmen. „Durch Business Intelligence können Unternehmen Muster und Trends in ihren Daten erkennen, was ihnen hilft, vorausschauend zu handeln, Risiken zu minimieren und Innovationen voranzutreiben. Ohne solche Einblicke würden viele Entscheidungen nur auf Vermutungen basieren.“


WAS IST LERNOPTIMIERUNG?


Während ich die letzten Reste meines Müslis vertilge, wechselt unser Gespräch von der Business-Welt zur Weiterbildung in Unternehmen. Das ist bei meinem Vater meistens unvermeidlich. Er ist Meister darin, ein beliebiges Thema letzten Endes immer auf die Aus- & Weiterbildung in Unternehmen zu lenken. Das liegt an seiner Natur – vermutlich wäre er ansonsten auch nicht Berufsschullehrer geworden, der sich tagtäglich genau mit diesem Themengebiet befasst. „Ähnlich wie Universitäten können Unternehmen Business Intelligence sowohl für Entscheidungen hinsichtlich ihrer Produkt- oder Vertriebsstrategie nutzen und damit gleichzeitig auch den Lernprozess in der Mitarbeiterfortbildung optimieren. Aus Daten der Vergangenheit Rückschlüsse für die Zukunft zu ziehen, bietet sich ja eigentlich immer an!“, beginnt mein Vater. „Im Kontext der Fortbildung von Mitarbeitenden in Unternehmen spricht man dabei von sog. „Lernoptimierung“. Wenn ich erkenne, dass mein jährliches Weiterbildungsbudget um ein vielfaches überschritten ist, die Inhalte allerdings aufgrund von behördlichen Audits unverzichtbar sind, kann ich mir ein Konzept überlegen, wie ich beide Pole am besten unter einen Hut bekomme – zum Beispiel durch DIGITALE MITARBEITERSCHULUNGEN. Nur erkennen muss ich das natürlich erst einmal.“ Zu viel Information auf einmal für mich am Sonntagmorgen


„Damit ich das richtig verstehe: Durch den Einsatz von Datenanalysen können Unternehmen verstehen, welche Schulungsmethoden am effektivsten sind, wie Mitarbeitende auf bestimmte Trainingsaufgaben reagieren und welche Bereiche verbesserungsbedürftig sind?“ „Ganz genau und diverse Tools wie z.B. Lernmanagementsysteme (LMS) erlauben es, den Fortschritt der Mitarbeitenden zu verfolgen, für jeden und jede einzelne personalisierte Lernpfade zu erstellen und sogar vorherzusagen, welche Mitarbeitenden zusätzliche Unterstützung benötigen könnten. Vorausgesetzt natürlich, dass solche Systeme nicht nur in der Theorie existieren, sondern im Tagesgeschäft fest verankert und wirklich seriös mit Daten gefüttert werden. Aber selbst wenn Du das sicherstellen kannst, stehst Du immernoch der Herausforderung gegenüber, dass sehr grosse Datenmengen auch richtig interpretiert werden müssen und dass natürlich das Thema Datenschutz Beachtung findet.“


WIE BRINGT MAN NUN BUSINESS INTELLIGENCE UND LERNOPTIMIERUNG ZUSAMMEN?


Mein Vater, nun ganz im Lehrermodus, erläutert, wie Business Intelligence konkret im Bereich der betrieblichen Weiterbildung angewendet werden kann: „Aber überleg Dir mal, welches Potenzial in diesem Thema steckt. Stell dir vor, durch die Analyse von Leistungsbewertungen und Lernverhalten könnten Trainer sehen, welche Themen am schwierigsten für die Mitarbeitenden sind und ihre Schulungspläne entsprechend anpassen. Business Intelligence macht das möglich! Personalisierte Lernumgebungen können erzeugt werden, die sich an die Bedürfnisse jedes einzelnen Mitarbeitenden anpassen. Wenn man entsprechende Analysetools einsetzt, können Lernlücken erkannt werden, die die Lernenden noch gar nicht kennen und bevor diese sich verfestigen, kannst Du darauf reagieren. Ist doch genial, oder nicht?“


WELCHE HERAUSFORDERUNGEN BESTEHEN BEIM EINSATZ VON BUSINESS INTELLIGENCE?


Ich bleibe an der Stelle für ein paar Minuten still und geniesse die Pause, die mir mein Vater gönnt. Jetzt mal ehrlich: Das kann doch kein Mensch mehr handhaben. Wenn man sich mal überlegt, wie viele Daten ein jeder von uns tagtäglich produziert – ob privat oder bei der Arbeit. Wie viel Masse muss dann erst in einem Konzern zu Stande kommen? Und vor allem: Datenschutz-technisch darf man doch gefühlt ohnehin praktisch nichts mehr machen? Wie soll das denn ineinanderlaufen? Während ich sonnengeblendet meinen Orangensaft in mich reinkippe, nimmt mein Gegenüber meine Gedanken unbewusst auf. „Natürlich ist das alles nicht ganz einfach mit der Business Intelligence, besonders beim Datenschutz. Die betreffenden Unternehmen müssen extrem vorsichtig sein, wie sie persönliche Daten verwenden. Es ist eine Gratwanderung zwischen nützlicher Analyse und dem Schutz der Privatsphäre der Mitarbeitenden.


Jedes Mal, wenn personenbezogene Daten von Mitarbeitenden im Rahmen der Business Intelligence erfasst werden, muss das Unternehmen sicherstellen, dass diese Informationen sicher und im Einklang mit gesetzlichen Datenschutzbestimmungen gehandhabt werden. Da brauchst Du wirklich robuste Sicherheitssysteme und klare Richtlinien, wer auf Daten zugreifen kann und zu welchem Zweck.“ Ich stelle mir gerade vor, wie ich zehn Jahre später in einem Büro sitze und bei jeder Anmeldung im unternehmensinternen Intranet erst einmal 46 Cockie-Popups wegklicke. Bizarrer Gedanke, aber vermutlich gibt es hier wie so oft Experten, die das sicher besser können, wie sich das mein noch verschlafener Kopf am Sonntagmorgen vorstellen kann.


Während wir unsere Tassen abräumen und das Frühstück zu Ende geht, sind meine Gedanken bereits bei der bevorstehenden Hausarbeit. Das Gespräch hat mir geholfen und mich auf die Welt der Business Intelligence neugierig gemacht.. Nach einer halben Stunde Überlegen lege ich mich fest: Das wird das Thema meiner Hausarbeit. Denn bei einer Sache stimme ich meinem Vater zu 100% zu: Das Thema hat wohl in den meisten Unternehmen extremes Potenzial!


FÜNF JAHRE SPÄTER


Tja -  und so sitze ich heute bei der SWISSTEACH AG, berate unsere Kunden zum Thema Aus- & Weiterbildung Ihres Personals und stelle jeden Tag fest, dass mein Vater wohl Recht hatte an jenem Sonntagmorgen: Business Intelligence für die betriebliche Aus- & Weiterbildung zu nutzen hat mich massiv beschäftigt über die letzten Jahre. Und ein Ende ist nicht in Sicht. Irgendwie sehr gute Nachrichten!


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